Weisheit

Weisheit entspringt aus der Intensität des Lebens
Weisheit wird daher gelebt und ist am Ende erfülltes Leben
Das Leben und die Weisheit sind immer in Bewegung

Regina Veenman


Foto: ©Luisa Feher

Danken

 Danken heißt:
Nehmen, was mir geschenkt ist,

es achtsam in den Händen halten,
bis ich innerlich spüre,
jetzt ist es ein Teil von mir.

Danken heißt auch:
Das, was mir geschenkt und so ein Teil von mir geworden ist,
überführen in ein Handeln, das auch andere von dem gewinnen lässt,
was mich bereichert hat.
Erst dann erreicht, was mir geschenkt ist, seine Vollendung.

Bert Hellinger


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Der kleine  Tod

 Der kleine Tod, der von Augenblick zu Augenblick, ist wie der große Tod
Lassen und Übergang. Doch so wie wir beim großen Tod nicht wissen,
was uns nach ihm erwartet, ist es auch beim kleinen Tod.
Was der nächste Augenblick bringt, bleibt uns verborgen, bis er kommt.
So leben wir von Augenblick zu Augenblick und sterben auch von Augenblick zu
Augenblick. Jeder Augenblick ist daher neues Leben.

 Wer so von Augenblick zu Augenblick lebt und stirbt, bleibt ohne Furcht.
Denn die Furcht ist jenseits des Augenblicks.
Er ist  auch ohne Hoffnung. Auch sie liegt jenseits des Augenblicks.
Aber er bleibt in der Liebe. Sie ist von Augenblick zu Augenblick sowohl vergangen
als  auch ewig neu. Sie stirbt, wenn das, was war, nicht vorbei sein darf.
Sie lebt von Augenblick zu Augenblick als Wunder des Lebens.
Durch sie ist jeder Augenblick erfüllt und tief.

 Was ist nun mit dem kleinen Tod?
Durch ihn leben wir jetzt und lieben wir jetzt.
Er ist der Schöpfer des Lebens, des erfüllten Lebens von Augenblick zu Augenblick.
Dieser Tod gebiert von Augenblick zu Augenblick die neue Liebe.

 Bert Hellinger
 

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 Glücklicher Augenblick

Aus den Wolken muss es fallen,
aus der Götter Schoß, das Glück,
und der mächtigste von allen Herrschern
ist der Augenblick.

 Friedrich Schiller

 
Foto: ©Luisa Feher

Der Verlust

 Der Verlust schmerzt, zum Beispiel wenn wir einen Menschen verlieren
oder eine Hoffnung oder ein Gut, das uns wertvoll und wichtig war.
Uns ist dann oft, als hätten wir ein Stück von uns verloren,
seien weniger geworden an Seele und Leib.

 Das stimmt, wenn wir dem Verlust nachtrauern über die Zeit des Schmerzes hinaus,
der angemessen und erforderlich ist, um den Verlust zu verschmerzen.
Denn sonst verlieren wir mit dem Verlust auch etwas von uns selbst für immer.

 Doch in der gemäßen Trauer gewinnen wir, was wir verloren haben,
auch wieder zurück, und zwar auf eine Weise, die uns reicher macht, gelassener, leichter.
Nach dem Verlust sind wir neu gefordert, haben neue Aufgaben, neue Beziehungen,
neue Möglichkeiten der Entfaltung. Wenn wir sie wahrnehmen,
geht das Verlorene in sie mit ein als Erfahrung, als liebe Erinnerung, als Kraft.

Doch ohne uns länger zu binden, sondern gelöst und sogar heiter.

 In diesem Sinne dient der Verlust unserer Wandlung, macht uns am Ende reicher,
setzt neue Kräfte frei, wirkt weiter und wird zum Gewinn.

 Bert Hellinger


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Die Ehre geben

 Wenn ich meinen Eltern die Ehre gebe, gebe ich ihnen vor mir
und allen anderen einen gleichberechtigten Platz.
Ich sehe sie und sie sehen sich als ebenbürtig neben allen anderen Eltern
im Dienst des gleichen Lebens.
Wenn ich ihnen die Ehre gebe, anerkenne ich ihre Größe.
Zugleich öffne ich mein Herz für alles,
was mir durch sie und von ihnen geschenkt ist. Es macht mich fähig und berechtigt,
es in seiner ganzen Fülle von ihnen zu nehmen.

 Dann darf auch ich mich neben sie und alle anderen Menschen stellen
als einer von gleichem Rang und gleichem Recht und gleicher Kraft,
im Dienst des Lebens etwas Besonderes zu nehmen und zu geben.
So gebe ich mir vor allen anderen die gleiche Ehre,
wie ich sie meinen Eltern gegeben habe, und werde so,
wie sie, vor allen anderen groß.

 In dem ich mir und meinen Eltern vor allen anderen diese Ehre gebe,
öffne  ich auch deren Herzen für das, was sie mir und was ich ihnen bin.
Weil ich sie neben mir wie mich und meine Eltern ehre, sind sie bereit,
auch mich zu ehren und ihr Besonderes mit mir zu teilen.

 Gleiches gilt, wenn ich meine Gruppe ehre, meinen Beruf, meine Tätigkeit,
meine besondere Erfahrung,
aber auch mein Volk und meine Ahnen,
und wenn ich mein Schicksal ehre und das der anderen.

Jeder, der sich und anderen die Ehre gibt, findet Freunde, findet Anerkennung,
dient dem Frieden und dient der Zukunft.

 Bert Hellinger


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Foto: ©Luisa Feher

Die Tränen

 Wenn jemand uns oder anderen wehgetan hat und ihm steigen die Tränen in die Augen,
weil er erfasst, wie weh es anderen und ihm getan hat, fühlen wir mit ihm.
Was immer auch geschehen sein mag, durch diese Tränen wird es erträglich.
Sie verbinden, was vorher auseinander strebte, doch nicht auf die gleiche Weise, wie zuvor.
 

Die Verbindung und die Beziehung werden durch diese Tränen tiefer, reiner, menschlicher.
Was geschehen war, gewinnt einen für beide tieferen Sinn, doch ohne dass sie dadurch auch äußerlich
einander näher kommen müssen oder dürfen. Sie bleiben jeder bei sich,

doch gereinigt und mit dem, was zwischen ihnen vorgefallen war, versöhnt.

 Auf diese Weise können wir auf alles schauen, womit wir anderen wehgetan haben,
wodurch sowohl wir wie sie aufeinander böse wurden, vielleicht nichts mehr voneinander
wissen wollten und der Liebe keinen Raum mehr ließen.
Wir schauen es an, bis auch uns die Tränen in die Augen steigen, und wir scheuen uns nicht, diese Tränen zu zeigen.

 In der abendländischen Mystik wird die Gabe der Tränen als göttliche Gnade beschrieben.
Sie ist eingegossen als die andere, die größere Liebe. Sie macht uns klein und menschlich
und gerade dadurch jener Liebe ähnlicher und verbunden, die allem, was ist,
gleichermaßen zugewandt ist und in dieser Zuwendung ihm gleich wird.
In dieser Liebe wird etwas Göttliches menschlich.

 Bert Hellinger

  Tränen sind Tautropfen Gottes


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Foto:©Ulrike Schulz

Glück

 Was macht Menschen glücklich?
Was macht mich glücklich?
Wenn ich allen Menschen zugewandt bin, allen gleichermaßen.
Zugewandt heißt nicht, dass ich sie alle emotional liebe.
Sondern dass ich ihnen mit Achtung und einer geistigen Liebe begegne.
Das Glück kommt aus der Zuwendung.
Die Zuwendung ist eine lebenslange Leistung und Übung.
Sie ist die eigentliche Lebensleistung.

 Bert Hellinger

 
 Die Tür zum Glück öffnet sich nicht weg von uns,
wir können sie nicht einfach aufdrücken.
Sie öffnet sich zu uns hin.
So wird nichts von uns erwartet.

 Sören Kierkegaard


  Ereignisse, die wir als Kind und Erwachsene geliebt haben,
bleiben im Herzen bis ins hohe Alter.
Das schönste im Leben ist,
wenn wir im Herzen wohnen.
Das ist doppeltes Glück.

Regina Veenman


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